Podcast Booth auf der Messe: 10 Ideen für mehr Content
Die meisten Messestände sind nach zwei Tagen tot. Das Licht geht aus, der Teppich wird eingerollt, und von all den guten Gesprächen bleibt ein Stapel Visitenkarten. Das muss nicht so sein.
Auf der FranchiseNEXT in Köln stand ein echtes Podcast-Studio mitten auf der Messe. Zwei Tage, über 20 Gespräche am Mikro, und der Content daraus läuft jetzt noch monatelang weiter. Hier zeige ich dir, was ein Podcast Booth auf einer Messe wirklich bringt: fünf Ideen für Veranstalter, fünf für Aussteller und vier Dinge, auf die du achten solltest.
So lief die Creator Lounge auf der FranchiseNEXT
Die FranchiseNEXT ist eine Messe rund um Franchise, also für Gründer, Franchisegeber und alle, die sich im Franchise selbstständig machen wollen. Dort gab es eine Creator Lounge, und mitten darin stand unser Podcast Booth. Max von rocketfilms und ich haben die Lounge zwei Tage lang betreut.
Im Booth liefen drei Kameras, zwei weitere waren mit uns auf der Messe unterwegs. Dazu kamen vier hochwertige Audiokanäle, die wir zusammen mit den Videosignalen in unserer Videoregie gemischt haben. Am Mikro saßen Aussteller, Speaker und Besucher, unter anderem Joey Kelly, Steffen Kessler, die Franchisemacher und Thorsten Beck. Viele davon begleite ich schon seit Jahren.
Und ich habe wieder gesehen, was ich bei fast jeder Aufnahme erlebe:
Am Mikrofon erzählen die Menschen mehr als einfach nur am Stand. Am Mikro wird es offener, ehrlicher, mit richtig viel Herzblut. Minute 1:39
Genau diese Gespräche sind der Rohstoff für alles, was jetzt kommt. Das Problem auf Messen ist nicht, dass zu wenig passiert. Es passiert unfassbar viel. Aber nach zwei Tagen ist die Messe vorbei, und mit ihr verschwinden die Geschichten, die dort erzählt wurden. Ein Podcast Booth hält sie fest.
5 Ideen für Messen und Veranstalter
1. Die Creator Lounge für alle. So war es auf der FranchiseNEXT. Der Booth gehört der Messe und den Ausstellern, Speaker und Besucher können sich ans Mikro setzen. Die Messe bekommt dadurch 20 bis 30 echte Gespräche für ihre eigenen Kanäle. Kein After-Movie, sondern Content, der monatelang läuft. Stell die Lounge an einen Ort mit viel Laufkundschaft, aber nicht direkt neben die Hauptbühne. Plane feste Gesprächsslots, lass Lücken für spontane Gäste und kündige die Lounge schon vor der Messe an, damit sich Aussteller Slots sichern können.
2. Der Speaker-Talk nach der Bühne. Ein Speaker steht eine halbe Stunde auf der Bühne, und dann ist es vorbei. Lad ihn direkt danach in den Booth ein. Dort vertieft er sein Thema, beantwortet Fragen aus dem Publikum und erzählt, was auf der Bühne keinen Platz mehr hatte. Der Vortrag lebt weiter, die Messe hat ein ausführliches Gespräch mit jedem Speaker, und der Speaker bekommt Clips, die er selbst teilt. Für viele Speaker ist das ein echtes Argument, auf deiner Messe zu sprechen.
3. Booth-Slots als Zusatzleistung für Aussteller. Ein Aussteller bucht nicht nur eine Fläche, sondern auch ein Gespräch im Booth, mit eigener Folge und eigenen Clips für die Zeit nach der Messe. Das lässt sich in jedes Ausstellerpaket einbauen, auch als Teil eines Sponsoring-Pakets. Der Hauptsponsor bekommt dann zum Beispiel einen festen Talk zur besten Uhrzeit.
4. Der Tagesrückblick. Jeden Abend eine ganz kurze Folge: Was war heute los? Wer war da? Was waren die Highlights? Dazu Stimmen von Ausstellern und Besuchern. Die Clips gehen noch am selben Abend online und machen Lust auf den nächsten Messetag. Wer am ersten Tag nicht da war, sieht, was er verpasst hat, und kommt vielleicht am zweiten.
5. Content für die nächste Ausgabe. Frag Aussteller und Besucher im Booth ganz gezielt: Was hat dir diese Messe gebracht, und warum lohnt es sich, hier zu sein? Diese Antworten überzeugen neue Aussteller mehr als jede Broschüre. Damit wirbst du ab dem ersten Tag nach der Messe schon für das nächste Jahr, auf deiner Website, in deinen Mailings und in deiner Werbung.
Und jeder Clip, den Aussteller und Speaker teilen, bringt dir Reichweite, die du nicht selber bezahlen musst. Minute 4:33
5 Ideen für Aussteller am eigenen Stand
Den Podcast Booth kannst du natürlich auch direkt an deinem eigenen Messestand aufstellen. Dann arbeitet er nur für dein Unternehmen, und ehrlich gesagt finde ich das fast noch spannender.
1. Erfolgsgeschichten aus den eigenen Reihen. Stell dir einen Franchisegeber auf der FranchiseNEXT vor. Sein Ziel: neue Franchisenehmer gewinnen. Und die haben vor allem eine Frage: Funktioniert das wirklich? Also holt er seine erfolgreichen Franchisenehmer an den Stand ans Mikro. Sie erzählen, wie sie gestartet sind, was am Anfang schwer war und warum sie sich wieder so entscheiden würden. Ehrlich, persönlich, mit allen Ecken und Kanten. Das ist eine Case Study, die doppelt wirkt: live am Stand, weil Interessenten stehen bleiben und zuhören, und danach als Folge und Clips. Das funktioniert genauso mit Kunden, die erzählen, wie dein Produkt ihren Alltag verändert hat.
2. Der Booth als Gesprächsöffner in der Akquise. Du sprichst einen potenziellen Kunden nicht einfach am Stand an, du lädst ihn ein: Hast du Lust, zehn Minuten mit uns über deine Branche zu sprechen? Das ist ein komplett anderes Gefühl. Dein Gegenüber bekommt nichts verkauft, er wird gefragt. Er fühlt sich gesehen und wertgeschätzt und spricht ganz natürlich über seine Themen, Probleme und Ziele. Nach der Messe hast du den perfekten Grund, dich zu melden. Nicht mit einer Mail, die mit „wie besprochen, hier ist ein Angebot“ anfängt, sondern mit: „Hier ist ein Clip von unserem Gespräch.“ Diese Nachricht öffnet jeder.
3. Die Expertensprechstunde. Deine Fachleute setzen sich ans Mikro und beantworten die Fragen, die am Stand immer wieder kommen. Was kostet das? Wie lange dauert die Umsetzung? Für wen passt das, und für wen nicht? Das ist besonders stark, wenn dein Produkt erklärungsbedürftig ist. Am Stand hört so ein Gespräch genau die Leute, die diese Fragen auch haben. Und danach hat dein Vertrieb für jede häufige Frage einen fertigen Clip, den er Interessenten zum Beispiel vor dem Erstgespräch schickt. Viele Zweifel sind dann geklärt, bevor sie überhaupt aufkommen.
4. Recruiting am Stand. Deine Mitarbeitenden erzählen am Mikro, wie ihr Alltag aussieht, was sie an ihrem Job mögen und wie das Team tickt. Das ist ehrlicher als jede Stellenanzeige. Auf Messen laufen oft genau die Fachkräfte herum, die du suchst. Nach der Messe nutzt du die Clips auf deiner Karriereseite und in deinen Stellenanzeigen. Wie gut Podcasts beim Recruiting funktionieren, habe ich auch im Artikel Lohnt sich ein Podcast für dein Unternehmen? beschrieben.
5. Gespräche mit Partnern und Stimmen aus der Branche. Lad Partner, Lieferanten oder bekannte Köpfe aus deiner Branche an deinen Stand ein. Sie bringen ihre eigenen Themen und ihre eigene Community mit, denn jeder Gast teilt sein Gespräch mit seinem Netzwerk. So erreichst du Menschen, die deinen Stand sonst wahrscheinlich nie gesehen hätten. Und dein Stand wird zum Treffpunkt der Branche, an dem etwas passiert. Zwischen all den Ständen mit Roll-ups und Prospektständern fällt das sofort auf.
4 Dinge, die über Erfolg oder Frust entscheiden
Egal, welche Idee du umsetzen willst, auf diese vier Punkte kommt es an:
- Der Ton. Messehallen sind extrem laut. Du brauchst Mikrofone, die nah am Mund sind und wenig von außen aufnehmen, also dynamische Mikros, wie sie auch in vielen Radiostudios stehen. Und jemanden, der während der Aufnahme die Pegel im Blick hat.
- Der Platz. Der Booth braucht Laufkundschaft, damit Leute überhaupt stehen bleiben, sollte aber nicht direkt neben der Hauptbühne stehen. Am eigenen Stand gilt: Plan ihn von Anfang an mit ein und nicht als Ecke, die am Ende irgendwie übrig bleibt.
- Die Gäste. Ein Teil der Gespräche sollte vorher feststehen, mit Uhrzeit und Thema. Lade Kunden, Partner und Speaker frühzeitig ein und arbeite mit Fragen, nicht mit einem Skript. Die beste Einstiegsfrage ist fast immer persönlich, zum Beispiel: „Wie bist du eigentlich zu XY gekommen?“
- Die Freigaben. Wer sich ans Mikro setzt, muss wissen, was mit der Aufnahme passiert. Kläre vorher, wo die Folgen und Clips veröffentlicht werden und wer sie nutzen darf. Ich weiß, das ist trocken, aber es spart dir hinterher eine Menge Zeit und Ärger.
Fazit: Deine Messe muss nicht nach zwei Tagen vorbei sein
Wenn du nur eine Sache mitnimmst, dann diese: Zeichnest du die Gespräche auf, arbeiten sie noch monatelang für dich und deine Messe weiter. Ob als Veranstalter mit einer Creator Lounge oder als Aussteller am eigenen Stand, ein Podcast Booth macht aus zwei Messetagen Content für Monate.
Genau das baue ich für dich, von der Planung über die Technik und die Aufnahme bis zu den fertigen Folgen und Clips. Wie das mit Kameras und Videoregie aussieht, siehst du auch auf meiner Seite zum Videopodcast. Die ganze Folge hörst du oben, mit allen Beispielen.
Wissenswertes
Was ist ein Podcast Booth?
Ein echtes kleines Podcast-Studio mitten auf der Messe oder am eigenen Stand. Auf der FranchiseNEXT liefen darin drei Kameras und vier hochwertige Audiokanäle, die zusammen mit den Videosignalen in einer Videoregie gemischt wurden.
Was bringt ein Podcast Booth einem Messe-Veranstalter?
Echte Gespräche für die eigenen Kanäle statt nur eines After-Movies, ein zusätzliches Angebot für Aussteller und Sponsoren und Stimmen von Ausstellern und Besuchern, mit denen du schon für die nächste Ausgabe wirbst. Jeder Clip, den Aussteller und Speaker teilen, bringt dir zusätzlich Reichweite.
Wie nutze ich einen Podcast Booth als Aussteller?
Zum Beispiel für Erfolgsgeschichten von Kunden oder Franchisenehmern, als Gesprächsöffner in der Akquise, als Expertensprechstunde für die häufigsten Fragen, fürs Recruiting oder für Gespräche mit Partnern aus der Branche. Nach der Messe hast du aus jedem Gespräch Clips für Vertrieb, Website und Karriereseite.
Welche Mikrofone brauche ich auf einer lauten Messe?
Dynamische Mikrofone, die nah am Mund sind und wenig von außen aufnehmen, wie sie auch in vielen Radiostudios stehen. Dazu jemanden, der während der Aufnahme die Pegel im Blick hat.
Was muss ich vor den Aufnahmen klären?
Die Freigaben. Wer sich ans Mikro setzt, muss wissen, wo die Folgen und Clips veröffentlicht werden und wer sie nutzen darf. Das ist trocken, spart dir hinterher aber viel Zeit und Ärger.
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